Die Arbeiten der deutschen Künstlerin Angelika Jelich sind vielschichtig und nicht sofort eindeutig zu verorten. Ihre Arbeiten sind aber der Malerei zuzuschreiben, was jedoch durch  ihre Verschleifung verschiedener Medien nicht so ganz offentsichtlich erscheint. Jelich verwendet zum Beispiel recht ungewöhnlich die Rückseite eines tiefen Keilrahmens für collagierte Malerei und  benutzt Formen wie bei „shaped canvasses“  für ihre Malereiobjekte. Zum Teil verzichtet sie auch ganz auf die Leinwand und skizziert plastische Formen im Raum, die Outline und Silouetten ergeben.

Die erste Werkphase von Angelika Jelich ist geprägt duch das Vorbild der Landschaftsmalerei. Sie trieb ihre Suche nach persöhnlicher Authenzität entscheidend voran.
Durch Aufenthalte auf Long Island bei ihrem in die USA ausgewanderten Sohn,  beginnt sich ihre Wahrnehmung auf die amerikanische Alltagskultur einzustellen und es beginnt die Werkreihe der „Gobelinpaintings“. Zudem erfindet sie das Folienbild „Transparency“ in der
Auseinandersetzung mit dem Vorbild  Robert Rauschenberg. Jelich fand in den USA den Photofilm als Bildträger und kombiniert ihn mit collagierten Fotos und Zeichnungen zu ihren „Transparencies“ ( Folienbilder).

Der  Farbeinsatz  mit Gips gemischt oder auch durch Folie erzeugt schwebende Farbeindrücke. Motivisch realisiert sich diese Malerei in abstrakten  Kompositionen, seriellen Pattern mit Verweisen auf Vorstellungswelten und psychologischen Konstellationen.

In letzter Zeit  entstehen erste Formen wie bei den shaped canvases mit Paaren und Formen, die auch Assoziationen zur Freiheitsstatue zulassen.Diese Bildobjekte haben einen Bezug zu der verstorbenen Künstlerin Ree Morton. Jelich fand sich in ihrer Arbeitsrichtung bestätigt, als sie auf diese Künstlerin hingewiesen wurde. Wie Morton benutzt sie banale Motive in fliederfarbiger  Frühlingsfarbigkeit wie, um in der Assoziation zu bleiben, zur Hinterfragung der Freiheitsstatue als Sinnbild westlicher aufgeklärter Lebensvorstellung. Trotz gewisser Ãhnlichkeiten hat Jelichs Werk keinen direkt feministischen Bezug. Auch der Hinweis auf William Copley und im weiteren Philip Guston erschienen Korrespondenzen in ihren Augen aufzuzeigen.

Jelich setzt “konfrontative Unschuld“  und Humor in ihren Bildobjekten ein, die auf alltägliche dekorative Muster, wie z.B. in Teppichen und Symbolen der Indianer verweisen. Jelich selbst beschrieb ihre Arbeit als “leichte und ironische auf ernsthafte Themen ohne Frivolität”.

Formen von Geschlossenheit und Kompaktheit stehen Formen von naiver Unfertigkeit gegenüber und erzeugen kontrastierende Spannungen. Jelich denkt immer über die einzelne Arbeit hinaus. In Serien wird ein Motivkomplex entwickelt und in verschiedenen Medien weitergeführt in
Variationen und Ergänzungen.

Ein Kurator beschrieb Jelichs Werk als “ungewöhnlich in seiner Gesamtheit”, es beinhaltet Malerei, handwerkliche Objekte, natürliche und künstliche Materialien. Ihre Arbeit ist intelligent, ohne intellektuell zu sein, erzählerisch, ohne literarisch und ironisch zu sein, ohne wunderlich zu
sein.
Jelichs  Kunst kombiniert  Poesie und Alltagskultur. Die Vielfalt ihres Werkes , die widersprüchliche und leicht naive Natur, Jelichs Reaktion auf die Konsumwelt, ihre Visionen von persönlichen  Glück erzeugen einen besonderen Vorstellungskosmos.

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